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Gewerkschaftsdemo für die Zukunft der Stahlindustrie in Berlin im Juni
Foto: Jochen Eckel / IMAGO
Die Europäische Union will die Stahlindustrie schützen und verhindern,dass massenweiser günstiger Stahl importiert wird - deshalb hat sie strengere Regeln für Importe erlassen,die ab sofort gelten. So dürfen nur noch 18,3 Millionen Tonnen Stahl pro Jahr zollfrei eingeführt werden,etwa halb so viel wie zuvor. Gleichzeitig hat die EU den Zoll auf Mengen,die dieses Kontingent überschreiten,auf 50 Prozent verdoppelt.
Weltweit wird deutlich mehr Stahl produziert als benötigt wird. Diese Überkapazitäten liegen derzeit nach Zahlen der EU-Kommission bei 620 Millionen Tonnen,bis 2027 steigen sie demnach voraussichtlich auf 721 Millionen Tonnen. Das wäre fünfmal so viel wie die EU jährlich an Stahl verbraucht. Die massive Erhöhung der US-Einfuhrzölle auf Stahl im vergangenen Jahr hat den Druck auf den europäischen Markt weiter verstärkt.
Innerhalb der EU hat Deutschland die mit Abstand größte Stahlindustrie. China,Indien und die Türkei zählen zu den Ländern,aus denen günstiger Stahl exportiert wird. Das hängt mit niedrigeren Energiepreisen,aber auch staatlicher Förderung zusammen.
Eggert begrüßte die Änderung. Es müssten aber auch etwa die Energiekosten in der EU gesenkt werden. Die europäische Industrie müsse international wieder wettbewerbsfähig werden - und gleichzeitig die Transformation hin zu einer klimaneutralen Industrie schaffen.
Die EU ist der drittgrößte Stahlproduzent der Welt. Rund 300.000 Menschen sind laut EU-Kommission direkt in diesem Industriebereich beschäftigt. Doch die Branche leidet unter der Krise in Abnehmerbranchen,vorwiegend der Autoindustrie. Dazu kommen unter anderem Transformationskosten.
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Für den Fall,dass die USA ihre Zusagen nicht vollständig umsetzen oder dagegen verstoßen,sollen die Zugeständnisse der EU wieder ausgesetzt werden können. Darüber hinaus ist der 31. Dezember 2029 als festes Ablaufdatum vorgesehen.
Die IG Metall hat im Juni Tausende Stahlarbeiter zur Demo aufgerufen. Dabei sind der Bund und die EU der kriselnden Branche schon weit entgegengekommen. Lesen Sie hier mehr über die Lage in der Industrie.
kko/dpa
