Störung des digitalen Bahnfunks Bundesweiter Zugausfall – massive Kritik am Krisenmanagement der Bahn

Technik Jun 25, 2026 IDOPRESS

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Reisende am Bahnhof in Frankfurt am Main

Foto: 5VISION.NEWS / IMAGO

Seit dem frühen Morgen läuft der Bahnverkehr Schritt für Schritt wieder an. Teils gibt es aber im Berufsverkehr noch Verspätungen oder Ausfälle. Bahn-Konkurrenten und auch Politiker verlangen nun Transparenz,wie es zu der Unterbrechung kommen konnte. Am späten Dienstagabend hatte eine deutschlandweite Störung bei der Deutschen Bahn (DB) für rund zwei Stunden den Zugverkehr in ganz Deutschland lahmgelegt. Der Grund war laut Bahn eine Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R. Die Sicherheitsbehörden gehen nach Informationen des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) nicht von Sabotage aus. Als Ursache werde ein fehlerhaftes Update der Deutschen Bahn vermutet.

Der Verband der privaten Güterbahnen fordert eine genaue Aufarbeitung. Die Ursache für den Ausfall dürfe »nicht allein durch eine ›Selbstauskunft‹ der DB InfraGo als Betreiberin beantwortet werden«,sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger der dpa. Es brauche eine bessere Überwachung und Steuerung des Schieneninfrastrukturbetriebs. Der Verband fordert dazu seit Langem die Gründung eines Bundesamts für Schieneninfrastruktur.

Die privaten Güterbahnen,also die Konkurrenten von DB Cargo,waren ebenfalls von der Störung betroffen. »Da der Güterverkehr zu einem erheblichen Teil in den Nachtstunden unterwegs ist,sind die Beeinträchtigungen durch den Shutdown auch sehr hoch«,sagte Westenberger.

Rund zwei Stunden nach Beginn der Störung fuhren gegen 0.30 Uhr erste Züge wieder. Bahnchefin Evelyn Palla sagte der »Bild«-Zeitung,dass ein Notfallsystem in Betrieb genommen worden sei.

NRW-Verkehrsminister kritisiert »neuen Tiefpunkt« bei der Bahn

Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) kritisierte die Bahn scharf. »Das macht mich fassungslos. Dass durch einen technischen Defekt der komplette Bahnverkehr in Deutschland zum Erliegen kommt,ist ein neuer Tiefpunkt bei einer ohnehin schwachen Betriebsqualität«,sagte Krischer der Nachrichtenagentur dpa.

»Ich erwarte,dass die Bahn diesen Vorfall transparent und lückenlos aufklärt. Es kann nicht sein,dass wegen des Ausfalls eines Systems Zehntausende Menschen die Nacht in Zügen und Bahnhöfen verbringen müssen«,sagte er. Der Politiker äußerte auch Kritik am Notfallmanagement der Bahn. »Hier braucht es Notfallmechanismen,die ein solches Desaster in Zukunft vermeiden. Menschen verlassen sich darauf,mit der Bahn wenigstens einigermaßen pünktlich ans Ziel zu kommen«,forderte Krischer.

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Die Lage in der Nacht und am Morgen in einzelnen Städten im Überblick:

In Berlin läuft der S-Bahn-Verkehr am Mittwochmorgen wieder ohne größere Einschränkungen. »Bisher sind keine größeren Verspätungen mehr feststellbar. Hoffen wir,dass es so bleibt«,teilte das Unternehmen auf X mit Verweis auf die Linien S1,S15,S2,S3,S41,S42,S46,S47,S5,S7,S8,S85 und S9 mit. Am späten Dienstagabend war der Verkehr im gesamten Berliner S-Bahn-Netz zeitweise eingestellt. Erst um 0.10 Uhr hieß es,der Verkehr sei wieder angerollt.

In Frankfurt am Main bildeten sich am späten Dienstagabend lange Schlangen vor dem Infoschalter am Hauptbahnhof. Etwa ein Dutzend Mitarbeiter von DB Service mit gelben Westen beantworteten Fragen. Bahn-Mitarbeiter verteilten Wasser.

In Hamburg standen während der Störung Züge des Regional- und Fernverkehrs still,vor den Informationsschaltern am Hauptbahnhof herrschte dichtes Gedränge. Um kurz nach halb eins fuhr am Morgen der erste ICE wieder Richtung Frankfurt aus dem Bahnhof. Immerhin: Der S-Bahn-Verkehr war von den Ausfällen nicht betroffen.

mmq/dpa

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