Arbeitsmarktforschung Menschen mit hoher Bildung haben längste Lebensarbeitszeit

Ausbildung May 28, 2026 IDOPRESS

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Voller Hörsaal: Akademiker arbeiten insgesamt länger

Foto: Martin Möller / Funke Foto Services / IMAGO

Menschen mit hoher Bildung erbringen in Deutschland die längste Lebensarbeitszeit. Das zeigt eine neue Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für demografische Forschung,die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Danach liegt die Lebensarbeitszeit bei Männern mit hoher Bildung – etwa einem Hochschulabschluss – aktuellen Zahlen für 2025 zufolge bei 40,6 Jahren,teilten die beiden Einrichtungen mit. Diese Spanne ist mehr als neun Jahre länger als bei Männern mit niedriger Bildung (31,3 Jahre). Dazwischen rangierten Männer mit mittleren Abschlüssen.

Frauen holten mit den Jahrzehnten bei der Lebensarbeitszeit gegenüber Männern auf,liegen aber weiterhin deutlich zurück,so die Mitteilung. Bei Frauen betrage der Unterschied zwischen Personen mit hoher und niedriger Bildung sogar 14 Jahre (31,9 im Vergleich zu 17,9 Jahren). Insgesamt verzeichneten Männer eine Lebensarbeitszeit von 38,8 Jahren,während Frauen auf einen Wert von 28,8 Jahren kämen. Die Studie erfasst nur die regulär bezahlte Arbeit. Die vielfach viel umfangreichere Zeit,die hauptsächlich Frauen für Haushalt und Care-Arbeit aufwenden,ist dabei allerdings nicht erfasst.

Akademiker nicht so stark von Konjunktur abhängig

»Die vergleichsweise hohe Lebensarbeitszeit von Personen mit hoher Bildung lässt sich primär auf ihre durchgehend höheren Erwerbstätigenquoten zurückführen«,erläuterte der Mitautor der Studie,Harun Sulak. »Diese gleichen zusammen mit der höheren Wochenarbeitszeit den im Durchschnitt späteren Eintritt in das Erwerbsleben durch längere Ausbildungszeiten mehr als aus. Ein Studium führt also nicht zwangsläufig zu einer verkürzten Lebensarbeitszeit.«

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Die Erwerbstätigkeit von Personen mit niedriger Bildung ist dagegen stärker von der konjunkturellen Entwicklung und der Lage auf dem Arbeitsmarkt abhängig,weshalb deren Erwerbsbiografien öfter unterbrochen sind,wie das Bundesinstitut erläuterte. Allgemein sei die Lebensarbeitszeit heute mit 33,8 Jahren mehr als anderthalb Jahre länger als Anfang der Neunzigerjahre. Im Jahr 1991 betrug sie zum Beispiel 32,1 Jahre.

mik/KNA

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