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Zugbegleiterin in Augsburg
Foto: Michael Bihlmayer / Bihlmayerfotografie / IMAGO
Die Arbeit der Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter ist alles andere als einfach. Längst müssen sie nicht mehr nur genervte Passagiere über Verspätungen aufklären – oder darüber,dass der Anschlusszug mal wieder nicht warten konnte. Immer öfter kommt es zu verbalen Entgleisungen oder sogar körperlichen Attacken der Reisenden. Die Bahngewerkschaft EVG verschärft nun den Ton.
Sie hat mit bundesweiten Streiks im Regionalverkehr ab Januar gedroht,sollte die Bundesregierung das Strafmaß bei Angriffen auf Zugbegleiter nicht bald verschärfen. »Das versprochene Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal muss noch in diesem Jahr in den Bundestag,sonst legen wir im Januar den Betrieb lahm«,sagte der Gewerkschaftschef Martin Burkert der »Bild am Sonntag«.
»Ein Zugbegleiter wurde vor einem halben Jahr im Dienst getötet,und seitens der Politik gab es betroffene Gesichter und große Worte,aber keine Taten. Die Regierung betreibt Arbeitsverweigerung,die Eisenbahner zahlen dafür mit ihrer Gesundheit oder gar ihrem Leben«,so Burkert. »Die Politiker haben Serkan vergessen. Wir nicht.«
Anfang Februar war der Zugbegleiter Serkan Çalar in einem Regionalexpress von einem Fahrgast angegriffen und tödlich verletzt worden (mehr dazu hier). Der Fahrgast wurde später wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.
Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats bei DB Regio,Ralf Damde,sagte der »Bild am Sonntag«: »Statistisch gesehen werden jeden Tag acht Kollegen im Dienst angegriffen. Keiner weiß vor seiner Schicht,ob er wieder gesund nach Hause kommt. Wenn das Gesetz weiter Staub im Ministerium ansetzt,verweigern wir als Betriebsräte die Zustimmung zu den Dienstplänen. Der Politikstillstand wird dann zum Zugstillstand.«
Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte der Zeitung auf Anfrage,der Gesetzentwurf befinde sich noch in der regierungsinternen Abstimmung. »Unser Ziel ist es,dass der Bundestag den Gesetzentwurf noch in diesem Jahr beraten und gegebenenfalls beschließen kann«,sagte der Sprecher demnach. Ob Zugbegleiter in den Gesetzentwurf aufgenommen werden,ließ der Ministeriumssprecher laut »Bild am Sonntag« offen.
jok/dpa
