

Bild vergrößern
Thermometer zeigt 36 Grad Celsius (Archivbild)
Foto: Patrick Pleul / dpa
In Europa sind im von Hitzewellen geprägten Sommer bereits Zehntausende Menschen zusätzlich gestorben. Allein zwischen Mitte Juli und Mitte August habe es in Europa mehr als 32.000 zusätzliche Todesfälle gegeben,schätzt die Beobachtungsplattform EuroMomo anhand vorläufiger Zahlen.
Zwar veröffentlicht EuroMomo keine Aufschlüsselung der Todesfälle nach Ländern. Die nationalen Gesundheitsbehörden verschiedener Länder haben aber vorläufige Zahlen für vergleichbare Zeiträume veröffentlicht,die sich grob von Ende Mai bis August erstrecken.
Eine Auswertung dieser Zahlen durch die Nachrichtenagentur AFP ergab 33.000 zusätzliche Todesfälle oder Todesfälle,die in direktem Zusammenhang mit der Hitze standen – und das nur in acht Ländern: Deutschland,Österreich,Belgien,England,Frankreich,die Niederlande,Portugal und Spanien.
Besonders viele Tote in Europa gab es EuroMomo zufolge offenbar in der letzten Juni-Woche. Damals wurden 16.000 zusätzliche Todesfälle verzeichnet. An zweiter Stelle folgt die erste Juli-Woche mit rund 8000 Todesfällen. Beide Wochen fielen mit extremen Hitzewellen zusammen.
Die Schätzungen von EuroMomo sollen in den kommenden Wochen verfeinert werden. Daher dürfte sich auch die Gesamtzahl der zusätzlichen Todesfälle noch ändern. Berücksichtigt werden nur die offiziellen Statistiken aus 23 europäischen Ländern,nicht aber ein Teil Osteuropas.
Die 14.000 hitzebedingten Todesopfer bilden nach RKI-Angaben den höchsten Wert der vergangenen zehn Jahre. Der letzte Höchstwert wurde mit rund 8900 hitzebedingten Sterbefällen registriert.
Das Ausmaß hitzebedingter Sterbefälle wird mithilfe von statistischen Methoden durch den Vergleich der Zahl von Sterbefällen in Sommerwochen mit und ohne Hitze modelliert. Das ist notwendig,weil Hitze auf Totenscheinen nicht als Todesursache angegeben werden kann und entsprechend auch nicht in der Todesursachenstatistik auftaucht.
Hitze führt nur in seltenen Fällen unmittelbar zum Tod,so beispielsweise durch Hitzschlag. In den meisten Fällen ist es eine Kombination aus hohen Temperaturen und bereits bestehenden Vorerkrankungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen,Lungen- oder Nierenerkrankungen,die zum Tod führt. Aus diesem Grund wird von hitzebedingten Todesfällen gesprochen.
Hitzeperioden führen in Deutschland regelmäßig zu einem Anstieg der Sterblichkeit. Das RKI veröffentlicht zwischen Juni und September wöchentlich einen Bericht über die aktuelle Lage. Parallel veröffentlicht auch das Statistische Bundesamt Daten zur hitzebedingten Sterblichkeit. Dass die Zahlen erst verspätet in der Statistik auftauchen,liegt laut RKI an den Mortalitätszahlen aus den Bundesländern,die erst mit fünfwöchiger Verzögerung berichtet werden.
Der Sommer 2026 macht die Klimakrise so spürbar wie selten zuvor. Doch selbst die Klimabewegung hat resigniert und bereitet sich auf den »Kollaps« vor. Warum Warner selten recht bekommen,obwohl sie recht behalten.
hda/AFP
