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RoboTaxi in Zagreb (Symbolbild)
Foto: Marko Perkov / AFP
Welcher Schein ist für Studierende der Geisteswissenschaften der wichtigste? »Der Taxischein«,heißt es in einem bekannten Witz. Schon bald könnte dieser Humor der Neunzigerjahre der Vergangenheit angehören. Nicht,weil Hochschulen meist keine Scheine mehr ausstellen,sondern Creditpunkte vergeben – sondern,weil es für eine Fahrt durch die Stadt künftig wohl bald keinen Fahrer mehr braucht.
In München wollen der Fahrdienstevermittler Uber und das israelische KI-Unternehmen Autobrains diese Entwicklung gemeinsam vorantreiben. Sie starten ein Robotaxi-Programm in München und planen eine Flotte autonomer Fahrzeuge der Stufe 4 in der bayerischen Landeshauptstadt aufzubauen,wie sie auf der Technologiekonferenz GTC in Taipeh ankündigten. Fahrzeuge dieser Stufe agieren autonom in festgelegten Bereichen.
Bei Fahrzeugen der Stufe 4 ist keine Fahreraufmerksamkeit mehr nötig. Das Taxi kommt ohne Fahrer aus und die Passagiere können während der Fahrt schlafen,arbeiten oder Filme ansehen. Damit werden auch Fahrzeuge ohne ein klassisches Cockpit möglich,da kein Mensch eingreifen muss. Das Fahrzeug darf aber nur in einem vorher festgelegten Bereich fahren,zum Beispiel innerhalb des mittleren Rings in München oder auf bestimmten Autobahnabschnitten. Das Projekt basiert technologisch auf der Rechenplattform des Chipgiganten Nvidia.
Das neue Programm in München soll sich dagegen unkompliziert in bestehende Serienfahrzeuge verschiedenster Automobilhersteller wie Audi,BMW,Mercedes oder Volkswagen integrieren lassen. Für die Autobranche soll sich damit die Möglichkeit eröffnen,eigene Fahrzeugplattformen ohne immensen Entwicklungsaufwand in ein autonomes Fahrdienstnetzwerk einzubringen.
Technologisches Herzstück des Projekts ist die sogenannte Agentic A von Autobrains. Im Gegensatz zu herkömmlichen Ende-zu-Ende-KI-Modellen,die die gesamte Fahraufgabe als ein einziges großes System verarbeiten,zerlegt der Ansatz von Autobrains den Fahrvorgang in spezialisierte,eigenständige Software-Agenten. Ein KI-Agent bewertet Vorfahrtsregeln,ein anderer achtet auf die Fußgänger,andere Agenten sind für Aufgaben wie den Spurwechsel zuständig. Ein übergeordnetes System bewertet diese Dimensionen des Verkehrsgeschehens parallel und trifft in Echtzeit verbindliche Entscheidungen.
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In den ersten Pkw-Modellen dürfen Fahrer auf der Autobahn Filme schauen,ein neues Assistenzsystem ermöglicht es. Ob das der Durchbruch fürs autonome Fahren ist,lesen Sie in diesem Selbstversuch.
apr/dpa
