Trotz des Bürgerkriegs in Syrien machte der französische Zementhersteller Lafarge weiter Geschäfte dort. Ein Gericht in Paris hat nun entschieden: Der Konzern hat sich damit der Terrorfinanzierung schuldig gemacht.


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Früherer Lafarge-Chef Bruno Lafont
Foto: Christophe Petit Tesson / EPA
130 Menschen starben,als 2015 Terroristen an mehreren Orten in Paris das Feuer eröffneten. Anschläge wie dieser waren auch deshalb möglich,weil Unternehmen wie der französische Zementhersteller Lafarge in Syrien Geschäfte machten. Zu diesem Schluss ist nun ein Gericht in Paris gekommen. Es verurteilte den Ex-Chef des Konzerns wegen Zahlung von Schutzgeldern an dschihadistische Milizen zu sechs Jahren Haft. Für das Unternehmen verhängten die Richter die höchstmögliche Strafzahlung von 1,125 Millionen Euro. Sieben weitere Angeklagte,unter ihnen zwei syrische Mittelsmänner,wurden ebenfalls zu Haftstrafen zwischen 18 Monaten und 7 Jahren verurteilt.
Lafarge habe der Miliz Islamischer Staat (IS) und zwei anderen Gruppen insgesamt 5,6 Millionen Euro gezahlt,um 2013 und 2014 inmitten des Bürgerkriegs eine Zementfabrik in Syrien weiterlaufen zu lassen,erklärten die Richter. »Dies ermöglichte dem IS auch die Organisation von Anschlägen in Europa«,erklärte die Vorsitzende Richterin Isabelle Prévost-Desprez mit Blick auf die Anschläge vom November 2015 in Paris. Mehrere Angehörige der Opfer dieser Anschläge waren als Nebenkläger in dem Prozess aufgetreten.
Lafarge,das inzwischen von dem Schweizer Konzern Holcim übernommen wurde,sei eine »echte Geschäftspartnerschaft« mit dem IS eingegangen,betonte die Richterin.
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Die Staatsanwaltschaft erkannte an,dass die Angeklagten nicht die dschihadistische Ideologie unterstützten. Sie prangerte aber fehlende Eingeständnisse und Reue an.
Lafarge hatte 2012 seine internationalen Mitarbeiter aus Syrien abgezogen. Das Zementwerk,in das Lafarge 680 Millionen Euro investiert hatte,blieb jedoch mithilfe der syrischen Mitarbeiter in Betrieb. 2014 übernahm der IS die Kontrolle über das Werk.
Auch in den USA gab es bereits ein Verfahren gegen Lafarge beziehungsweise Holcim. Mehr dazu lesen Sie hier.
mkh/AFP
