Was haben Wurstverkäufer, Baggerfahrerinnen und Steuerberaterinnen gemeinsam? Der Anteil der Stellen in ihren Berufen, die nicht besetzt werden können, nimmt besonders schnell zu.


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Verkäufer an Supermarkt-Wursttheke
Foto: Oliver Berg / dpa / picture alliance
In keiner Berufsgruppe ist die Fachkräftelücke in Deutschland zuletzt so stark gewachsen wie bei Fleischfachverkäufern. Das zeigt eine Analyse des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung (Kofa) am arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft.
Im Jahr 2025 konnten demnach im Schnitt 4665 Stellen nicht mit qualifizierten Bewerbern besetzt werden – gut 40 Prozent mehr als im Vorjahr. »Das sind so viele wie nie zuvor«,sagt Kofa-Experte Jurek Tiedemann.
Ein Grund ist der demografische Wandel. 2024 war mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Fleischfachverkäufer älter als 55 Jahre und damit vor dem Eintritt in den Ruhestand. Zugleich kommt wenig Nachwuchs nach. Die Beschäftigtenzahl in diesem Beruf sank zwischen 2017 und 2024 laut Kofa um gut 19 Prozent.
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Insgesamt ist die Fachkräftelücke kleiner geworden. Mehr als 369.000 offene Stellen konnten im vergangenen Jahr nicht besetzt werden,knapp ein Viertel weniger als 2024. Für Ökonom Tiedemann dennoch kein Grund zur Freude: »Die Wirtschaft stagniert,Unternehmen schreiben weniger Stellen aus und besetzen Stellen wegen unsicherer Erwartungen nicht immer nach.« Im Falle eines wirtschaftlichen Aufschwungs sei mit einem wachsenden Fachkräftemangel zu rechnen.
mamk/dpa-AFX
