Rechte Hand von Großinvestor Kühne Lufthansa-Aufsichtsrat Gernandt ruft streikende Belegschaft zur Ordnung auf

Bei den Beschäftigten der Lufthansa reiht sich aktuell Streik an Streik. Aus der Kühne Holding AG kommt nun scharfe Kritik an »dieser Inszenierung«. Der Verwaltungsratspräsident fordert ein »unverzügliches« Ende der Ausstände.

Herstellung Apr 15, 2026 IDOPRESS

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Karl Gernandt: »Bewusst möglichst viele Unbeteiligte massiv beeinträchtigt«

Foto: Christian Charisius / dpa / picture alliance

Bei den Auseinandersetzungen bei der Lufthansa ist kein Ende in Sicht: Nachdem die Piloten zwei Tage gestreikt haben,wollen ab Mittwoch auch die Flugbegleiter erneut die Arbeit niederlegen. Das ist kein Zustand,wenn es nach Karl Gernandt geht. Er ist Präsident des Verwaltungsrats der Kühne Holding AG,die nach eigenen Angaben mit knapp 20 Prozent an der Lufthansa Group beteiligt ist.

Gernandt,der auch im Lufthansa-Aufsichtsrat sitzt,äußerte in einem Schreiben an die Vereinigung Cockpit (VC) und die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) scharfe Kritik an den Streiks. Man verfolge diese »mit größtem Unverständnis und Besorgnis«,heißt es dort. Zwar sei das Streikrecht »grundsätzlich legitim«. Doch würde dieses nun »in unverhältnismäßiger Art« missbraucht und »weit über das Interesse der Gesamtheit« gestellt. Mit den Ausständen würden »bewusst möglichst viele Unbeteiligte massiv beeinträchtigt«.

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Reisende stehen am Freitag am Flughafen Frankfurt vor einer Anzeigetafel mit gestrichenen Flügen

Foto: HMB MedienHMB Media / Peter Rau / action press

Am Montag und Dienstag fielen durch die Pilotenstreiks Hunderte Flüge aus. Laut Gernandt werde durch »diese Inszenierung« die »kritische Infrastruktur Deutschlands in einer Art und Weise belastet,die weit über die Verhältnismäßigkeit der arbeitsrechtlichen Forderungen hinausgeht«. Das Unternehmen bezeichnete die Forderungen der Piloten ebenfalls als »absurd und unerfüllbar«.

Nach VC-Angaben liegt weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor,noch gibt es bei Lufthansa Cityline ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag.

Genhardt übte seine Kritik insbesondere mit Blick auf die 100-Jahr-Feier der Lufthansa am Mittwoch,die nun »ganz bewusst erheblich beeinträchtigt« würde. Man frage sich,so Genhardt,»was dies über das Wertesystem in Deutschland« aussage.

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Genhardt schließt in seinem Schreiben mit der Aufforderung,den Streik »unverzüglich zu beenden«.

»Der Streik trifft die Lufthansa. Aber er trifft die Piloten am Ende noch mehr«. Lesen Sie hier mehr über den Tarifkonflikt.

aeh

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