Nach der Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz ist die SPD in der Defensive. Als einer der Ersten ergreift Sozialexperte Karl Lauterbach die Initiative: mit einer Wiederbelebung der Idee einer Umverteilung im Rentensystem.


Bild vergrößern
Sozialexperte Lauterbach: Kritik am ungerechten System
Foto: Kay Nietfeld / dpa
SPD-Sozialexperte Karl Lauterbach fordert,künftig Renten von Gutverdienern zu deckeln und dafür ärmeren Menschen mehr zu zahlen. Mit diesem auch schon vorher geäußerten Vorschlag meldete sich der frühere Gesundheitsminister nach der SPD-Wahlniederlage in Rheinland-Pfalz in der ARD-Sendung »Caren Miosga« zu Wort.
Menschen mit hohem Einkommen hätten im Durchschnitt eine höhere Lebenserwartung und bezögen viel länger Rente als Ärmere. »Daher sollten die Rentenwerte dort etwas abgeregelt werden«,sagte Lauterbach. »Dann können wir uns erstens diese Rente länger leisten und könnten die Rente etwas verbessern für die Geringverdiener.«
Derzeit sei das System ungerecht,meinte der SPD-Politiker. »Unser Rentensystem gibt jeden Monat Geld von den Ärmeren an die Einkommensstärkeren,weil ich mit den kurzen Renten der Ärmeren die langen Renten der Gutverdienenden subventioniere.«
data-area="text" data-pos="16">
In der Rentendebatte hatte der Wirtschaftsberater Jens Südekum bereits vorgeschlagen,den Renteneintritt an die Jahre der tatsächlichen Beitragszahlungen zu knüpfen. Auch eine solche Regelung könnte Akademiker treffen,die wegen der Studienjahre oft deutlich später eine Arbeit aufnehmen als andere. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat eine Koppelung des Renteneintrittsalters an die Zahl der Beitragsjahre als »durchaus erwägenswert« bezeichnet.
mik/dpa-AFX
