Eintrittsgeld, Zuzahlungen, Kürzungen: Wie bekommt man die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung in den Griff? Deren Verband kritisiert viele Vorschläge der vergangenen Monate.


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Patient beim Arzt: Strukturelle Reformen nötig
Foto: Sina Schuldt / dpa
Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) warnen bei der Reform zur Verbesserung ihrer Finanzlage vor Einsparungen zuerst bei den Patienten. »Gerade Ärzte- und Krankenhausvertreter waren in den letzten Monaten schnell dabei,höhere Zuzahlungen,Eintrittsgeld für Arztpraxen oder Leistungskürzungen für Patientinnen und Patienten zu fordern«,sagte der Chef des GKV-Spitzenverbands,Oliver Blatt,der Nachrichtenagentur dpa. »Das wäre der falsche Weg.« Wenn überhaupt,dann seien Belastungen der Patientinnen und Patienten »das letzte Mittel und nicht das erste«.
An diesem Montag legt eine von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) eingesetzte Expertenkommission erste Vorschläge für eine Reform vor. Die schwarz-rote Koalition will die Krankenkassen angesichts stark steigender Milliardenausgaben finanziell stabilisieren. Angestrebt wird eine zügige Umsetzung,um neue Anhebungen der Zusatzbeiträge zu vermeiden. Für 2027 wird eine Lücke von mindestens 12 bis 14 Milliarden Euro erwartet.
Lesen Sie hier mehr über den Kostenschock der Krankenkassen: Die Krankenkassen verlangen immer höhere Beiträge,trotzdem reicht das Geld nicht aus. Es gibt gleich mehrere Kostentreiber. Die Lösung vieler Probleme wäre dagegen günstig zu haben.
GKV-Chef Blatt sagte,es brauche eine kraftvolle Durchsetzung mutiger Reformen. »Weitere Beitragsanhebungen sind weder unseren 75 Millionen Versicherten noch der Wirtschaft zuzumuten.« Im Kern liege eine dauerhafte Lösung nicht in einer Erhöhung der Einnahmen,sondern in Strukturreformen,die die »extreme Ausgabendynamik« der vergangenen Jahre stoppen.
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Dahmen warnte: »Wenn die Vorschläge der Kommission nicht zügig in konkrete Gesetze übersetzt werden,drohen weiter steigende Beiträge,höhere Lohnnebenkosten und ein wachsender Druck auf den Wirtschaftsstandort.«
mamk/dpa-AFX
