Die Branche steckt in der Krise. Und trotz Rüstungsaufträgen sehen die Arbeitgeber in der Metallindustrie keine Besserung. Im Gegenteil: Für 2026 prognostizieren sie einen massiven Arbeitsplatzabbau.


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Eisengießerei in Torgelow,Mecklenburg-Vorpommern
Foto: Jens Büttner / dpa-Zentralbild / dpa
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet für dieses Jahr mit dem Verlust von bis zu 150.000 Arbeitsplätzen in der Metall- und Elektroindustrie. »Wir sind mitten in einer Deindustrialisierung,und die Aussichten sind sehr düster. Die Situation ist wirklich dramatisch«,sagte Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Seine Branche befinde sich »in der größten Krise seit Gründung der Bundesrepublik«.
Als Ursachen macht Zander wie viele Verbandsvertreter hohe Kosten für die Unternehmen am Standort Deutschland aus. »Wir haben in Deutschland zu hohe Energiekosten,zu hohe Unternehmensteuern,zu hohe Sozialabgaben und zu viel Bürokratie.«
Bei der Reduzierung der Bürokratie fehle eine systematische Herangehensweise. »Wir sind in der Tierseuchenbekämpfung systematischer als beim Bürokratieabbau«,meinte Zander. Man müsse »natürlich auch Bürokraten abbauen« – in den öffentlichen Verwaltungen gebe es zu viel Personal,was auch deren Haushalte belaste.
Mehrere Großaufträge aus dem Verteidigungssektor hatten im letzten Quartal 2025 für ein deutliches Auftragsplus in der Metall- und Elektroindustrie gesorgt,wie Gesamtmetall vor einem Monat mitgeteilt hatte. Bereinigt um die meist staatlich finanzierten Rüstungsaufträge sei die Auftragslage aber nach wie vor im Keller.
Bereits Ende 2025 hatte Zander vor dem Verlust von Arbeitsplätzen gewarnt. Auch da klang schon die dringende Bitte an die Bundesregierung an,sich für einen Abbau der EU-Bürokratie einzusetzen.
jok/dpa
