Milliardenkosten haben den Gewinn des Sportwagenbauers Porsche im vergangenen Jahr fast vollständig aufgezehrt. Vorstandschef Leiters will nun das Angebot schärfen.


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Porsche-Fertigung in Zuffenhausen
Foto: Marijan Murat / dpa
Der Gewinn des angeschlagenen Autobauers Porsche ist im vergangenen Jahr drastisch eingebrochen. Das Ergebnis nach Steuern sank im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro,wie der Dax-Konzern mitteilte. 2024 hatten die Stuttgarter unter dem Strich noch fast 3,6 Milliarden verdient. Der Umsatz sank im vergangenen Jahr um knapp zehn Prozent auf rund 36,3 Milliarden Euro.
Die VW-Tochter Porsche will sich nun neu aufstellen. Der im Januar angetretene neue Vorstandschef Michael Leiters arbeitet an weiteren Einsparungen und der Neuausrichtung des Modellangebots. »Wir werden Porsche umfassend neu aufstellen,das Unternehmen schlanker,schneller und die Produkte noch begehrlicher machen«,teilte er mit. Das Produktportfolio solle in margenstärkeren Segmenten ausgeweitet werden.
Zu den größten Problemen des Sportwagenbauers zählen die stockenden Geschäfte in China,aber auch die US-Zölle kosteten viel Geld,und die Elektromodelle des Unternehmens fanden deutlich weniger Anklang als erwartet. Ex-Porsche-Chef Oliver Blume hat daher vor seinem Abgang noch die Strategie umgekrempelt: mehr Verbrenner im Angebot sollen wieder Schub geben.
Für das laufende Jahr rechnet Leiters weiterhin mit »sehr herausfordernden Marktbedingungen« – unter anderem in China,wo das Luxussegment weiter unter Druck steht. Geopolitische Unsicherheiten setzen dem Unternehmen ebenfalls zu. Die Maßnahmen zur Neuausrichtung dürften das Ergebnis erneut belasten: Der Sportwagenbauer erwartet hier Einmaleffekte in hoher dreistelliger Millionenhöhe.
2026 will Porsche noch zwischen 35 und 36 Milliarden Euro Umsatz erzielen. Die operative Umsatzrendite soll dabei in einer Bandbreite von 5,5 bis 7,5 Prozent liegen. Die Netto-Cashflow-Marge im Autogeschäft sieht der Konzern zwischen drei und fünf Prozent. Porsche schlägt für das abgelaufene Geschäftsjahr eine deutlich geringere Dividende von 1,01 Euro je Vorzugsaktie (Vorjahr: 2,31 Euro) und von 1,00 je Stammaktie vor.
Erst am Dienstag hatte der Mutterkonzern Volkswagen mit schlechten Jahreszahlen für Aufsehen gesorgt. Der Gewinn ging hier 2025 um fast die Hälfte zurück. Eine große Rolle spielt dabei auch das Porsche-Ergebnis. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sagte dazu dem Sender Bayern 2: »Ohne die Einflüsse der Zölle aus den USA,und auch die Auswirkungen der Umstrukturierungen bei Porsche,da würde natürlich auch ein Ergebnis etwas anders aussehen.«
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Es sei aber eine »extrem große Anstrengung«,unter den Wettbewerbsbedingungen in Europa und Deutschland Autos zu bauen. Lies: »Wir müssen besser sein,wir müssen attraktiver sein.« Es sei immer schon so gewesen,dass Autos aus Deutschland teurer gewesen seien. »Aber es war auch immer so,dass sie am Markt ein Potenzial hatten,weil sie attraktiv,weil sie gut waren und weil sie vor allem einen guten Wiederverkaufswert hatten.«
apr/dpa/Reuters
